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Feb
04
2010
Der Besuch beim türkischen Bäcker

Am letzten Samstag ging es für Herren 3 zum Spieltag nach München. Gastgeber war Schwarz-Weiss München, der zweite Gegner Unterhaching II.

Die Hinfahrt erwies sich schon als Ereignis für sich: Der durch die Verletzung vom Stammabwehrchef Walfänger Reimers zum Libero aufgestiegene Bambam Schmidbauer benötigte zur optimalen Austarierung seines Schwerpunktes noch Füllmaterial. Zwischen diversen türkischen Supermärkten entdeckte er eine kleine Bäckerei. Um diese zu erreichen wurde die Kolonne mit waghalsigen Fahrmanövern getrennt und durch winzige Einbahnstraßen manövriert. Der Bäcker entpuppte sich dann auch als türkisches Backwarengeschäft, die angebotenen Speisen waren jedoch ganz nach dem Geschmack unseres Liberos.

Auf dem weiteren Weg musste die Halle langsam eingekreist werden, die Navigation via iPhone erwies sich zuletzt als nützlich. Angekommen in der Halle zeigte sich, dass der ganze Aufwand völlig umsonst war, denn Schwarz-Weiss bot haufenweise belegte Semmeln und einen guten Kaffee zur Verpflegung an. Ach ja, Volleyball gespielt haben wir gegen Schwarz-Weiss auch, obwohl die Bezeichnung Volleyball doch sehr geschönt ist. Zugegeben, die Münchner haben ein paar schöne Spielzüge gezeigt, aber unsere Leistung darf ohne Zweifel als die mit Abstand schlechteste bewertet werden. Wir hatten vielleicht vier Blocks, fünf Bälle in der Abwehr und viele Fehler in Zuspiel und Angriff. Ausnahme war nur die Annahme, die sogar richtig gut war. Am Ende kam ein viel zu schmeichelhaftes 1:3 heraus. Deshalb soll hierüber auch der Mantel des Schweigens gedeckt werden.

Spiel Nummer zwei ging gegen Unterhaching II, die zuvor in einem knappen Match Schwarz-Weiss mit 3:2 besiegt hatten. Nachdem sich Coach und Mittelblocker Florian „Gazelle“ Herrmann bei einer äußerst feinmotorischen Aktion im ersten Spiel die Ferse ramponiert hatte – was sich später als Bruch des Fersenbeins entpuppte, kam Muck Stadler für ihn zum Einsatz. Die weiteren Spieler waren: Sigi Sieghörtner in der Mitte, Tobi Kuhn und Marco Nesthäkchen auf Außen, Christian Struck Diagonal, Jochen Banse im Zuspiel und Stefan Schmidbauer als Libero.

Scheinbar waren jetzt alle aufgewacht, denn plötzlich spielten wir teilweise richtigen Volleyball. Gerade Muck Stadler konnte bei seinem Einsatz in Angriff und Block überzeugen. Im ersten Satz trug Haching durch eine hohe Fehlerquote auch noch dazu bei, dass sie gerade noch über 10 Punkte kamen. In Satz Nummer zwei hatte Unterhaching sich zwar gefangen, wir spielten aber unseren Stiefel weiter runter und konnten Durchgang ebenfalls für uns entscheiden. Es entwickelte sich ein munteres Spiel, in dem beide Seiten immer wieder schöne Ballwechsel zeigten. In das Duell der alten und austrainierten Hasen Bambam Schmidbauer und Dejan Stankovic mischte sich unser Nesthaken Marco Hammerschmidt mit einigen schönen Blocks ein. Das gleiche Spiel im nächsten Satz, auch wenn sich unser Gegner nicht mehr ganz so leicht abschütteln ließ. Gerade unser preußischer Import Icke Struck konnte viele Punkte im Angriff erzielen. Beim 21:17 sah alles nach einem klaren 3:0 für uns aus. Doch wie schon häufiger in dieser Saison hörten wir kurz vor Schluss komplett mit dem Spielen auf und gaben den Satz noch sang- und klanglos ab.  Durchgang Nummer vier verlief exakt gleich, wir erarbeiteten uns eine 21:17 Führung, um es dann noch einmal spannend zu machen. Doch diesmal setzten wir uns noch mit 26:24 durch.

Was brachte uns also dieser Spieltag?
-          einen verletzten Trainer
-          einen verletzten Berliner
-          die Erkenntnis, dass Facharbeitspartys vor Spieltagen nicht hilfreich sind
-          die Frage, wer am nächsten Spieltag überhaupt noch auflaufen kann, bei inzwischen fünf dauerverletzen Spielern und nem Haufen Skiurlaubern
-          die Erfahrung, dass kaputte Duschen in München und erzwungenes Ausweichen auf die heimische COG-Halle zu leckerem, kostenfreien Essen und einer ungeplanten kleinen Party führt
-          Mani Bieberle die Ideale der Mannschaft verrät und auf Prosecco umsteigt

In diesem Sinne…. OCHSENFETZEN!

 
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