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Oct
18
2009
Der Motor läuft noch nicht rund – zumindest ohne Motivator

Herren III kehrte am Samstag vom Spieltag in Grafing mit zwei hart erkämpften Siegen zurück.

Für das erste Spiel gegen die gastgebende zweite Vertretung von Grafing vertraute Coach „Da Mosahh“ Herrmann seiner „großen und alten“ Aufstellung: Jochen Banse (diesmal Käptn i.D.) im Zuspiel, Neuzugang Christian Struck Diagonal, Obi Obermeier und Steve Sieghörtner im Mittelblock, Herrmann selbst und als Ausnahme unser Nesthäkchen Marco Hammerschmidt (15) auf Außen, Ranger Reimers wie gewohnt als Libero. Das Team aus Grafing besteht aus jungen Spielern um die 20, die aufgrund ihrer Größe und Athletik einen sehr druckvollen Volleyball spielen können. Zur Unterstützung und als Gegenwaffe war aber Motivator Gerhard „Gertsch“ Wilk, einer aus dem Waldorf und Stadler-Duo, mit nach Grafing gereist.

Zu Beginn des ersten Satzes boten beide Teams eine sehr durchwachsene Vorstellung. Grafing war mit seiner Nervosität beschäftigt und machte viele unnötige Fehler, die Lohhofer konnten daraus zunächst aber kein Kapital schlagen, da sich auch in ihr Spiel immer wieder Ungenauigkeiten und Abstimmungsprobleme einschlichen. Dabei zeigte sich, dass das Team aus Unterschleißheim aufgrund der holprigen Vorbereitung noch nie in dieser Aufstellung gespielt hatte. So blieb der Spielstand bis zum 9:9 ausgeglichen, danach konnte Lohhof aber von der Routine seiner Spieler zehren: einige schöne Blocks und druckvolle Angriffe sorgten für einen klaren Satzgewinn zum 25:12. Im zweiten Satz konnte Grafing seine Leistung steigern und wusste sich immer öfter selbst in Szene zu setzen. Ohne wirklich zu überzeugen konnte das Team von Coach Herrmann jedoch immer einen kleinen Vorsprung behaupten. Unnötige Fehler ließen die Führung nochmals schmelzen, zuletzt ging der Durchgang mit 25:23 wieder nach Lohhof. Wie immer war Grafing hoch motiviert gegen Lohhof und im dritten Satz zeigten sie, dass sie sich nicht so leicht geschlagen geben wollten. Mit harten Sprungaufschlägen und gutem Blockspiel setzten sie die alten Herren immer mehr unter Druck. Die Ungenauigkeiten und Fehler in Annahme und Zuspiel häuften sich, außerdem wurde das Spiel der Unterschleißheimer immer durchsichtiger, so dass sich die Grafinger zum Ende des Satzes deutlich in Führung setzen konnten. Durch einen Kraftakt konnte sich Lohhofs AH doch noch Satz- und Matchbälle erkämpfen, der erste brachte sogleich ein Faß Bier durch den Rückkehrer Christian Struck ein, der zum ersten Mal am Tag eine Sprungaufschlag probierte und diesen an die Antenne setzte… Das Spiel wogte weiter hin- und her, am Ende setzte sich Grafing mit 29:27 durch. Ziemlich ausgepumpt musste sich die Dritte also einem weiteren Satz stellen. In diesem rissen sich die Spieler jedoch wieder am Riemen, wie im zweiten Satz konnte sich Lohhof durchsetzen ohne groß zu überzeugen. Der letzte Satz ging mit 25:22, das Spiel mit 3:1 an den SVL.

Im zweiten Spiel des Tages ging es gegen den Aufsteiger aus Kirchweidach, der zuvor mit 3:1 Grafing unterlag. Dabei kamen Muck Stadler und „Bruce“ Benner im Mittelblock zum Einsatz, Stängel Hohensee übernahm das Zuspiel. Andreas Obermeier konnte an dieser Partie nicht mehr teilnehmen und auch Florian Herrmann konnte aufgrund einer Familienfeier nur noch einen Satz mitwirken. Dafür stand Tobias Kuhn nach seinem Babysittereinsatz zur Verfügung. Der SVL wollte konzentriert sein Spiel durchziehen um den Aufsteiger gar nicht erst in selbiges kommen zu lassen. In Satz eins und zwei zogen die Lohhofer diese Vorgabe durch, mit sicherem Volleyball ohne viele Fehler konnten sie die Jungs aus Kirchweidach in Schach halten (25:19 und 25:21). Jedoch schlich sich am Ende des zweiten Satzes eine gewisse Gemütlichkeit beim SVL ein: der Druck ließ nach, alle Bälle wurden ungenauer gespielt und der letzte Einsatz war auch nicht mehr zu sehen. Dies wurde im dritten Durchgang immer schlimmer. Damit erwachte in den Kirchweidachern der Kampfgeist: ihrerseits zeigten sie mehr Einsatz, bewiesen, dass sie nicht zufällig in die Landesliga aufgestiegen waren. Auf einmal reagierte der SVL nur noch und handelte sich damit einen wachsenden Rückstand ein. Beim Stand von 12:17 sollte der Einsatz von Jochen Banse und Steve Sieghörtner für Jens Hohensee und Matthias Stadler wieder mehr Ruhe ins Team bringen. Dies zeigte aber keine Wirkung, stattdessen spielte sich Kirchweidach langsam in einen Rausch, zog unaufhaltsam davon und gewann den Satz verdient mit 25:15. Im vierten Satz kamen sich die Lohhofer vor wie in einem schlechten Film: die Beine wurden lahmer, die Fehler mehr, der Aufsteiger blockte und schmetterte die Bälle nach belieben ins Lohhofer Feld. Selbst härteste Angriffe konnten die Kirchweidacher abwehren, der Block des SVL fungierte nur noch als Anschlaghilfe. Bis zum 20:13 fand das Team kein Mittel gegen den euphorischen Gegner. Zu diesem Zeitpunkt wäre der Motivator hilfreich gewesen, dieser musste jedoch leider nach dem ersten Spiel arbeiten. Erst dann gelangen wieder selbst einige erfolgreiche Bälle, der Satz musste dennoch mit 21.25 abgegeben werden. Im Entscheidungssatz konnte sich Kirchweidach wenigstens nicht mehr absetzen, war beim Wechsel jedoch mit 8:7 in Führung. Nach dem Seitenwechsel kam der Gegner des SVL nur tröpfchenweise aufs Feld, so dass der Schiedsrichter sofort anpfiff als alle dachten, die Mannschaft ist vollständig. Ein Spieler hatte aber immer noch vergessen aufs Spielfeld zu kommen, so dass der Aufschläger wartete und wartete… Nach acht Sekunden musste somit der Schiri abpfeifen und den Punkt an Lohhof geben. Dies war so etwas wie die Initialzündung für die müden Männer aus Lohhof: sie legten noch zwei Punkte nach und zogen dann den Satz endlich wieder mit engagierten Spiel bis zum 15:11 durch. Diesmal schaffte es der Strucki sogar, beim Matchball den Aufschlag rüber zu bringen und ihn mit einem Ass zu verwandeln.

Dieser Auftaktspieltag hat gezeigt, dass die Dritte bisher noch nicht wirklich eingespielt ist. Sowohl die einzelnen Baustellen wie Annahme, Zuspiel und Block, als auch die Abstimmung untereinander – gerade zwischen Mittelblock und Zuspieler – muss jetzt intensiviert werden. So lautet das Fazit: wie erhofft beide Spiele gewonnen, der Motor läuft aber noch nicht wirklich rund. Bis zum nächsten Spieltag in Unterhaching am 14.11. ist aber noch einige Zeit. Dann wird die Mannschaft wohl auch wieder anders aussehen, denn in Grafing fehlten doch noch einige Spieler.

 
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