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Feb
17
2011
Summe aller Fehlleistungen

Lohhofs Regionalliga-Volleyballer finden nicht als Mannschaft zusammen - gedanklich hat der Neuaufbau schon begonnen

Lohhof - In der Schule gibt es eine hübsche Erfindung, sie nennt sich Folgefehler. Wenn etwa ein Schüler im Mathematikunterricht die Länge einer Brücke berechnen soll, sich aber gleich beim ersten Schritt vertut, kann er trotzdem noch eine Zwei bekommen. Selbst wenn die Brücke zu kurz gerät und mit lautem Platsch ins Meer stürzen würde. Solange der weitere Rechenweg stimmt, zählt der Fehler nur ein Mal. Lohhofs Volleyballer wären für so eine Regelung dankbar. Leider gibt es sie im Ligabetrieb nicht. Aus diesem Grund stehen sie in der Regionalliga Südost vier Spieltage vor Saisonschluss mit nur einem Sieg am Ende der Tabelle und haben nur noch theoretische Chancen, den drittletzten Platz zu erreichen, der zur Relegation berechtigt.

Der entscheidende Fehler der Lohhofer lag nicht im vergangenen Wochenende, als Lohhof beim Vorletzten aus Nittenau sang- und klanglos mit 0:3 Sätzen und 43:75 Punkten unterging. Er lag auch nicht in den zwölf Niederlagen zuvor, in denen Lohhof neunmal mit 0:3 vom Feld ging. Den entscheidenden Fehler machten die Lohhofer im Juni, als Trainer Stefan Schneider mit nur drei Spielern dastand, aus denen er ein Regionalliga-Team formen sollte. 'Wir hatten fast keine Mannschaft mehr', sagt Tom Gailer. Er trainiert die Regionalliga-Frauen, bestritt die Saison aber angesichts der Personalnot auch noch als Universal-Spieler und fügt hinzu: 'Wir haben versucht, das Beste daraus zu machen.' Es hat nicht geklappt: Am Montag trennte sich die Mannschaft wegen interner Spannungen von Trainer Schneider.

Mit der Qualität der Einzelspieler sei die aktuelle Lage nicht zu erklären, betont Schneider. Es sind also keine Notlösungen, die für Lohhof auf dem Feld standen. 'Aber Volleyball ist ein Mannschaftssport', betont er, er ist mehr als die Summe der Einzelleistungen. Eine Mannschaft aber sei in der kurzen Zeit aus dem 'völlig neu zusammengewürfelten Haufen' nicht zusammengewachsen.

Von ihrem Saisonstart mit drei Niederlagen ohne Satzgewinn sollte sich die Lohhofer Zweckgemeinschaft nicht mehr erholen. Bereits im Oktober war das Team erstmals Letzter, und das Selbstbewusstsein sauste zusammen mit der Platzierung in den Keller. 'Es zieht sich durch die ganze Saison, dass wir oft gut mithalten, aber dann vier, fünf Punkte am Stück abgeben', sagt Schneider. 'Wir kommen nach Fehlern nicht zurück, sondern machen immer noch drei.'

Einmal in der Abwärtsspirale gefangen, fanden die Lohhofer keine Mittel mehr und sind vier Spieltage vor Saisonende quasi abgestiegen. 'Rechnerisch ist es noch möglich, wenn wir alles gewinnen und die anderen alle für uns spielen', sagt Gailer. Die Chancen, nach bisher einem Saisonsieg plötzlich vier Mal in Serie zu gewinnen, gehen aber auch seiner Meinung nach 'eher gegen Null'. Zumal mit dem Heimspiel gegen den MTV München am kommenden Samstag (19Uhr) sogar noch ein Derby auf dem Programm steht, in dem es für den MTV um alles geht. Die Münchner haben nur zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und damit noch realistische Chancen, sich in der Liga zu halten.

Während der Plan für die restliche Saison in Lohhof darauf abzielt, den Spaß wiederzufinden, sind die Überlegungen für die kommende Spielzeit bereits vorangeschritten. 'Ich glaube nicht, dass sich so viel ändern muss', sagt Gailer, 'wir müssen in erster Linie die Mannschaft halbwegs zusammenhalten.' Weil in den vergangenen Jahren immer neu aufgebaut werden musste, konnte sich kein Team entwickeln. Deshalb liegt Gailer viel daran, möglichst bald konkrete Gespräche zu führen, um in der Bayernliga sofort oben angreifen zu können.

Abteilungsleiter Matthias Kock ist mit seinen Gedanken bereits ein Stück weiter. Langfristig solle auch im Männerbereich wieder 'obere Regionalliga oder sogar Zweite Bundesliga' gespielt werden. Allerdings gestaltet sich die Nachwuchssuche problematisch. Fußball ist ein mächtiger Gegner im Werben um die Jugend. 'Wir kriegen die Kinder nicht', sagt Kock, 'wir können ja nicht im Kindergarten sichten.' Immerhin waren sie jüngst in den ersten und zweiten Klassen. Dort, wo es noch Folgefehler gibt. Und für Lohhof vielleicht das passende Gegenmittel.Katrin Freiburghaus

 
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