Feb
16
2011
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VON SILKE NÖRENBERG Lohhof – Vier Spieltage vor Ende der Regionalligasaison haben die Verantwortlichen beim SV Lohhof sich von Trainer Stefan Schneider getrennt. Ein Zeitpunkt, der verwundert, steht der SVL doch schon seit November vergangenen Jahres auf einem Abstiegsplatz. Die Regionalliga wird für den Tabellenletzten in den vier noch ausstehenden Spielen kaum mehr zu retten sein. Und das sieht auch Tom Gailer so: „Da ist die Mannschaft realistisch: Wir haben bisher ein Spiel gewonnen und sollen jetzt vier am Stück gewinnen und dann spielt auch noch die Konkurrenz für uns? Da ist es wahrscheinlicher, dass der FC Bayern Meister wird.“ Daher betont der Libero, dem als SVL-Manager auch die Aufgabe zukam, mit Schneider zu sprechen, mit Nachdruck: „Sportliche Gründe waren nicht der Grund. Stefan hat hier eindreiviertel Jahre sehr gute Arbeit geleistet, gerade, als wir im Juni nur mit ein paar Spielern dastanden. Alle waren sehr zufrieden.“ Das waren die Spieler jetzt anscheinend nicht mehr, denn „Unstimmigkeiten zwischen Trainer und Mannschaft“ und eine „belastete Stimmung“ führt Gailer als die ausschlaggebenden Trennungsgründe an. So stießen Schneiders harte Linie gegenüber einigen Spielern, die in der vergangenen Woche zu spät zur Mannschaftssitzung erschienen waren, auf wenig Verständnis. Und als der Coach während des desaströsen 0:3 beim bis dato Vorletzten in Nittenau keine einzige Auszeit nahm, obwohl sein Team mit 16:25, 12:25 und 15:25 unterging, habe sich „die Mannschaft ziemlich im Stich gelassen gefühlt“( Gailer). Gründe, die der Geschasste sogar ein Stück weit nachvollziehen kann, weil sie Teil des Problems aus seiner Sicht sind: „Ich bin ein emotionaler Mensch, und ich hätte mir auch aus der Mannschaft mehr Emotionen erwartet. Eine Mannschaft mit einem soruhigen Charakter habe ich in 26 Jahren Mannschaftssport noch nicht erlebt!“ Weil seine Vorstellungen, besonders aber die Einstellung zum Thema Teamsport, nicht mit denen der Mannschaft übereinzustimmen schienen, hatte Schneider selbst schon über einen Rückzug nachgedacht. Denn „zum Volleyball gehört mehr, als den Ball aufneun mal neun Meter zu zimmern: Dinge, wie Verantwortung, Eigeninitiative, Mitdenken.“ Die Verantwortung als Trainer wird nun zunächst intern weitergegeben: Florian Herrmann, der sich als Spielertrainer der Landesliga zuletzt bereits im Regionalligateam festgespielt hat, soll das Training leiten. Am Samstag beim Nachbarschaftsduell gegen den inzwischen Vorletzten MTV München werden wohl Bayernligacoach Heiko Roth oder Manfred Bieberle, der seine Erfahrung zukünftig auch im Vorstandsteam einbringen soll, auf der Bank sitzen. Falls dann der frische Wind ein- und der Spaß zurückkehrt. So wie sich das die Lohhofer Verantwortlichen von ihrer recht spontan anmutenden Trainerentlassung erhoffen. |