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Apr
13
2010
„Zweitligist der Herzen“

Spielerinnen fehlt die Anerkennung, dass sie eine gute Saison gespielt haben

Lohhof – Mit einer 1:3-Niederlage gegen die Fighting Kangaroos Chemnitz haben sich die Lohhofer Zweitliga-Volleyballerinnen in ihrem vorletzten Saisonspiel von ihren Fans verabschiedet. 120 Zuschauer wollten die letzte Vorstellung der zweiten Mannschaft als Zweitligist im Ballhaus-Forum sehen, und sie sahen die Gastgeberinnen gegen den Erstligaabsteiger des Vorjahres durchaus mit Chancen: „Da wäre mehr drin gewesen“, fand SVL-Trainer Tom Gailer.

Schon im ersten Satz, als Chemnitz nur einmal in Führung gehen konnte – dummerweise war das aber beim Satzball zum 25:23. Zu viele Lohhofer Aufschläge verfehlten in dieser Schlussphase ihr Ziel, dabei hatte Gailer große Stücke auf die Sprungangaben seiner Frauen gesetzt: „Das haben wir letzte Woche verstärkt trainiert, da hat es ganz gut funktioniert und vor allem noch mal richtig Schwung ins Training gebracht.“ Denn davor, das gibt auch Gailer zu, habe die Motivation für konzentrierte Übungseinheiten doch etwas gelitten.

Denn egal, ob seine Mannschaft den angepeilten sechsten Tabellenplatz nun am letzten Spieltag noch verteidigen kann oder nicht – da der Verein keine Erstligalizenz beantragt hat und Lohhof I sowieso auf dem Abstiegsplatz der ersten Bundesliga steht, hat Mannschaft zwei keine Zukunft in der Zweiten Liga. „Was ja nicht schlimm ist“, wie Außenangreiferin Sabine Eierle meint, „aber die Luft ist schon ein bisschen raus!“ Und in diesem ganzen Entscheidungsprozess habe ihrem Team ein wenig die Anerkennung gefehlt, „dass wir eine gute Saison gespielt haben. Damit haben wir nie im Leben gerechnet!“ Was auch Mannschaftskapitänin Michaela Ranner noch einmal betonte, als sich „der Zweitligist der Herzen“, wie sich der Talentschuppen selbst auf seinem Dankestransparent umbenannt hatte, von den Fans verabschiedete.

Dass es nun eventuell nicht ganz klappt mit dem angepeilten Platz sechs, da sich Lohhof bei der Meisterfeier in Erfurt am kommenden Samstag wenig Chancen ausrechnet, von hinten aber Wetter noch überholen kann, mag an diesem knapp verlorenen ersten Satz gegen Chemnitz gelegen haben. Denn danach holte sich Lohhof zwar, auch dank einer guten Aufschlagserie der reaktivierten Kristin Standhardinger, Satz Nummer zwei.

Doch im dritten Durchgang war Chemnitz schnell mit 8:2 enteilt und sah bei 19:13 im vierten schon wie der sichere Sieger aus. Zwar konnte Lohhof da noch einmal auf 18:20 herankommen, doch dann war bis zum finalen 25:20 für Chemnitz nicht mehr viel auszurichten. „Chemnitz hat zwar trotz besserer Aufstellung als im Hinspiel kein Überspiel abgeliefert“, lautete Gailers Analyse, „aber sie haben am Ende einfach weniger Eigenfehler gemacht.“ Vielleicht war auch noch ein bisschen mehr Luft drin, weil die Kangaroos so noch ihre Chance auf Platz vier gewahrt haben. nö

SV Lohhof – Fighting Kangaroos Chemnitz 1:3 (23:25, 25:20, 14:25, 20:25)

SVL: Kettenbach, Karnbaum, Marksmann, Huber, Eierle, Fedosova, Pfeiffer, Standhardinger, Ranner

 
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