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Damit haben viele nicht gerechnet: Stephanie Utz wird in der kommenden Spielzeit nicht für den SV Lohhof aufs Parkett gehen. Auch nicht für einen anderen Verein. Aus gesundheitlichen Gründen beendet sie ihre Karriere.

Foto: Mit der Nummer 11, Stephanie Utz "Utzi"

„Mit der Nummer 11 – Stephanie Uuuuuuuuuuutz“, tönte es unzählige Male in der Lohhofer Sporthalle. Immer dann, wenn Stephanie Utz „Utzi“ vorgestellt wurde – und das geschah häufig. Denn seit mehr als 2 Jahrzehnten hat sie dem SV Lohhof als echtes Lohhofer Kindl die Treue gehalten. „Auch wenn die Angebote aus der ersten Liga da waren“, erinnert sich Utzi an die Zeit zurück, „ich wollte nicht weg. Lohhof ist meine Heimat.“ Für die gebürtige Münchnerin kam es tatsächlich nicht in Frage, den Verein „im Stich zu lassen“. Und mit ihrem Verein hat sie einiges erreicht. Zu den größten Erfolgen zählt für Utzi auch der Aufstieg in die erste Liga. „Auch, wenn wir danach als schlechteste Profimannschaft Deutschlands von der Bild bezeichnet wurden“, lachte sie. Dennoch hatte die harte Saison für sie auch etwas Tolles. Sie wurde zu dem jährlichen Allstargame 2012 eingeladen – hier bestreiten die besten Spielerinnen und Spieler der Liga an zwei Tagen verschiedene Wettkämpfe. Und hier setzte sie dem Ganzen noch die Krone auf, als sie einen MVP Titel gewann. „Ich musste weinen, weil ich mich so gefreut habe“, kommen Utzi auch jetzt noch die Tränen, wenn sie an ihre Volleyballzeit zurückdenkt.

Foto: Viele Jahre hat Utzi in der 1. Damenmannschaft des SV Lohhof gespielt

Aber es gab noch andere Highlights in ihrem Leben. Zu dem jüngsten gehört die Geburt ihrer Nichte Paulina. Ihre Familie und auch Schwester Martina Utz, mit der sie auch gemeinsam zusammen gespielt hat, sind ihr sehr wichtig und geben ihr in jeder Lebenssituation Halt. Auch, wenn sie es mittlerweile geschafft hat, auf eigenen Füßen zu stehen. „Verändert hat sich seit dem Kindergarten eigentlich nur, dass Mama und Papa mich nicht mehr von der Arbeit (Kindergarten) abholen müssen“, schmunzelt die sympathische Lohhoferin. Während ihrer Zeit bis hin zu ihrem 31. Lebensjahr hat sie ihre Familie immer begleitet. „Meine Eltern und Schwester waren immer da – natürlich auch, als die Nachricht mit dem Knie kam“, ist Utzi dankbar, dass ihre Familie ihr immer den Rücken stärkt.

Foto: War nicht nur auf dem Volleyballfeld eine wichtige Stütze für Utzi: Ihre Schwester Martina Utz (rechts)

Als Utzi die Diagnose gestellt bekam, dass sie Leistungsvolleyball auf hohem Niveau nicht betreiben solle, war es gewiss nicht einfach für sie. „Volleyball war schon immer mein Leben, aber jetzt genieße ich auch die viele Freizeit“, kommt Utzi mittlerweile mit der Situation gut zurecht. Jetzt hat die 30 Jährige mehr Zeit für andere Dinge – Reisen zum Beispiel: Ein Hobby, dem sie jetzt mehr Aufmerksamkeit schenken kann. Die Westküstenreise in den USA und die Reise nach Shanghai mit der Unimannschaft waren für Stephanie Utz bisher die schönsten Reiseziele. „Früher habe ich vermehrt Volleyballhallen in den verschiedenen Städten, vor allem in Deutschland gesehen. Jetzt will ich die Städte erkunden“, freut sich Utzi über die neu gewonnene Zeit, die sie sonst abends und am Wochenende mit Volleyballspielen verbracht hat.  

Und dass sie die Zeit nun auch braucht, zeigt die private Veränderung, die zeitgleich mit der Diagnose kam. Mittlerweile hat sie einen Vertretungsjob an einer Realschule und unterrichtet ihre erlernten Fächer Religion und Sport – und sie geht sichtlich auf darin. Damit sich das 2. Staatsexamen (ebenfalls ein Highlight in ihrem Leben) aber so richtig gelohnt hat, möchte sie in drei Jahren immer noch an einer Schule arbeiten, am liebsten verbeamtet sein und den richtigen Mann an ihrer Seite gefunden haben. Und als Lehrerin hat man ja bekanntlich auch viele Ferien, die man zum Reisen nutzen kann. Die Länder Mallorca, Teneriffa, China, Österreich, England, Frankreich, Kroatien, Holland, Ungarn, Dominikanische Republik und Italien hat sie schon bereist. Da Letztes zu ihrem Lieblingsland gehört, wird sie Bella Italia sicherlich noch des Öfteren bereisen.

Foto: Wir freuen uns auf das Servus Utzi Spiel am 13. September um 19 Uhr

Für die Lohhofer Urfans wahrscheinlich undenkbar, Stephanie Utz in der kommenden Saison nur noch neben dem Spielfeld zu sehen. „Wenn mir nicht drei Ärzte geraten hätten, Volleyball auf diesem Niveau sein zu lassen, hätte ich wahrscheinlich weitergemacht“, weiß sie, dass ihr Ehrgeiz und der Wille, es jedem Recht zu machen, zu ihren „Macken“ zählen. Aber es gibt auch für Stephie Utz Positives an ihrem Karriereende: Denn sie hat bis auf die Nominierung in die deutsche Nationalmannschaft volleyballerisch alles erreicht. Und der SVL freut sich natürlich, dass Utzi dem Verein auch in Zukunft nicht den Rücken kehrt. „Was Utzi für diesen Verein getan hat, ist der absolute Wahnsinn – der gesamte Vorstand und ich ziehen den Hut“, freut sich Abteilungsleiter Matthias Kock, Utzi noch einmal spielen zu sehen. Denn der Verein möchte der jahrelangen Leistungsträgerin und dem Vorbild vieler Jugendliche gerne in Form eines Abschiedsspiels danken. „Das Schlimmste für Utzi war, dass es für sie selbst keinen Schlusspunkt gab, bei dem sie wusste: Das war´s“, war die Grundlage der Entscheidung des Vorstandes für dieses „Servus Utzi“-Spiel.

Die humorvolle Stephie legt sehr viel Wert auf Pünktlichkeit – ein Wink mit dem Zaunpfahl an alle Fans, dass sie zu dem am 13. September um 19 Uhr angesetzten Abschiedsspiel auch nicht zu spät kommen sollen. Dass ihr Familie und ihre besten Freunde, was sie zu den wichtigsten Dingen ihres Lebens zählt, beim Spiel dabei sein werden, ist klar. Und eines ist ebenfalls sicher. Wenn Utzi nochmals eine Saison dran gehängt hätte, dann im Trikot des SV Lohhofs. „Es ist einfach ein Verein mit ganz viel Herz, mein Heimatverein eben, dem ich immer treu geblieben bin“, verabschiedet sich Utzi mit sehr viel Wehmut vom Leistungsvolleyball.

Foto: Utzi wie man sie auf dem Spielfeld kennt und in Erinnerung behalten wird

Der SV Lohhof sagt DANKE. Danke für tolle Volleyballjahre mit Dir, Utzi. Für eine vorbildliche Sportlerin, die ihr letztes Hemd für den Verein in jeder Situation geopfert hat. Wir werden Dich nicht vergessen Utzi und immer in guter Erinnerung behalten. Am 13. September sind nun alle Fans und Begleiter des SV Lohhofs und auch von Stephanie Utz eingeladen, dass „Servus Utzi“ Spiel zu betrachten. Um 19 Uhr ist Anpfiff in der Sporthalle des Carl-Orff-Gymnasiums. Das Allstar Team um Stephanie Utz wird gegen die 1. Damenmannschaft des SV Lohhof antreten. Der Eintritt ist frei, Spenden für die Jugend sind aber gerne gesehen. Schließlich wollen wir als Leistungsstützpunkt noch viele, weitere Talente, wie es Stephanie Utz eines war und ist, herausbringen. Schenken wir ihr den Abschied, den sie sich verdient hat. Servus Utzi!

Aber ein Abschied bedeutet auch immer ein Neuanfang. Die Saison 2013/14 steht vor der Tür und der SV Lohhof hat sich für dieses Jahr das Thema "Reise" ausgedacht. Welche Spielerinnen mit an Bord der Maschine SVL 2013/14 steigen, kann man in den kommenden Wochen gespannt verfolgen.