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Lohhofs Frauen schrammen nach fulminantem Auftakt gegen Wiesbaden ganz knapp am ersten Saisonsieg vorbei

VON SILKE NÖRENBERG

Lohhof – Als Stephanie Utz am Sonntagabend um kurz vor sieben Uhr auf die Knie fiel und mindestens fünfmal die Säge machte, da schien es eigentlich schon geschafft: Mit einem sehenswerten Einerblock hatte die Lohhofer Mannschaftskapitänin ihr Team gerade im vierten Satz gegen den VC Wiesbaden mit 23:21 in Führung gebracht, ein ganz wichtiger Punkt, nachdem Lohhof eine Fünf-Punkte-Führung wegzuschwimmen drohte. Zwei Punkte waren die Lohhoferinnen also um kurz vor sieben noch von ihrem ersten Erstligasieg entfernt. Zwei mickrige, kleine Punkte – möchte man meinen.

Keine halbe Stunde später lagen sich an fast gleicher Stelle die Wiesbadener Spielerinnen in den Armen. Und manch eine konnte nach den 127 hochemotionalen Minuten die Tränen nicht zurückhalten, nachdem Wiesbaden Lohhofs 2:0-Satzvorsprung nicht nur eingeholt, sondern auch den Tiebreak gerade noch so mit 15:13 nach Haus geschaukelt hatte. Dabei hatten Utz & Co. die neuformierten und recht ambitioniert in die Saison gestarteten Hessinnen im ersten Satz komplett überrollt und waren auch im zweiten Durchgang für ihren unermüdlichen Kampfgeist mit dem Satzgewinn belohnt worden.

„Dass der dritte Satz ganz schwer wird“, war Coach Benedikt Frank klar, und so war es für ihn auch kein Beinbruch, dass sein Team den relativ klar abgab. Denn als eine Phase wirklich herber Annahmeprobleme überwunden war, schien der SVL bei 17:12im vierten Durchgang endgültig auf der Siegerstraße zu sein. Mitreißend und mutig spielten sie da, Stephanie Utz, Natalia Cukseeva und Ann- Christin Quade, die drei Hauptangreiferinnen. Und besonders Malgorzata Göschl, die Frank erstmals von Beginn an auf der Zuspielposition brachte, und die auch die beiden Mittelblockerinnen Inga Lamby und Inga Vollbrecht so clever in Szene setzte, dass Vollbrecht glatt zur erfolgreichsten Punktesammlerin ihres Teams avancierte. Für Mittelblocker eher ungewöhnlich, und es entlockte der 22 Jahre alten gebürtigen Berlinerin bei allem Frust über die verpassten Chancen dann doch ein Grinsen.

Doch unter dem Strich hat Lohhof wie schon in Sinsheim wieder einen Punkt mehr gemacht, „aber eben nicht den letzten“, wie Youngster Lucia Kaiser so trocken wie richtig feststellt. „Wir hätten den vierten Satz gewinnen müssen“, sieht Vollbrecht den Knackpunkt schon vor dem Tiebreak. Ein altes Problem: „Das ist reine Nervensache, bei den letzten Punkten kommt bei uns immer das große Flattern“, pflichtet Inga Lamby bei.

Und da sich Natascha Niemczyk den Daumen gebrochen hat und wohl bis Mitte Dezember ausfällt, hat Frank in solchen Situationen auch kaum Wechselmöglichkeiten. Am Sonntag kam Marion Mirtl aus der zweiten Mannschaft zu ihrem ersten Bundesligaeinsatz, doch mit dem zweiten wäre sie festgespielt. Direkt nach dem Spiel hatte Benedikt Frank aber gänzlich andere Sorgen: „Ich kriege vom Gegner Lob, wie toll wir gespielt und gekämpft haben. Das hatte ich in Sinsheim, heute wieder, aber davon können wir uns einfach nichts kaufen!“

SV Lohhof – 1.VC Wiesbaden 2:3 (25:15, 25:23, 18:25, 23:25, 13:15)

SVL: Göschl, S.Utz, Lamby, Vollbrecht, Quade, Cukseeva, M.Utz, Mirtl, Hölzel