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Sep
01
2010
Franks Frauen und das Trainer-Schlaraffenland
Damen 1

Eine Woche waren die Lohhofer Zweitliga-Volleyballerinnen sprichwörtlich kaserniert – beim Trainingslager in der Ellwangener Bundeswehrkaserne. Von dort aus machten sie sich dann direkt auf in die Bundeshauptstadt Berlin, zum Vorbereitungsturnier des Nord-Zweitligisten TSV Rudow.

Allerdings nicht ganz in der Besetzung, wie Trainer Benedikt Frank sich das vorgestellt hatte, denn Kapitänin Stephanie Utz und Außenangreiferin Natascha Niemczyk hatten sich im Trainingslager verletzt: Utz an der Wade, Niemczyk am Knie. Und Zuspielerin Lucia Kaiser bereitet sich derzeit mit der Juniorinnen-Nationalmannschaft auf die Europameisterschaft vor und fehlt dem SVL-Team ebenfalls.

Nun sind Frank und seine Frauen wahrlich gebrannte Kinder, was Ausfälle angeht. In der vergangenen Erstliga-Saison war der dünne Kader, mit dem Ausfälle nur schwer zu kompensieren waren, eines der Hauptthemen. Nicht so in der neuen Spielzeit: „Ich bin ja so glücklich. Das ist ein echtes Schlaraffenland“, jubiliert Frank förmlich. Denn mit den Neuzugängen Yanina Weiland, Veronika Kettenbach und Valeria Fedosova aus der eigenen Zweiten Mannschaft waren die fehlenden Stammkräfte diesmal locker zu ersetzen. Außerdem stießen in Berlin noch die Neuzugänge Lisa Hackauf und Carolin Herrmann zum Team, die berufsbedingt nicht mit ins Trainingslager fahren konnten.

Am Ende sprang Platz zwei hinter Erstliga-Aufsteiger Erfurt heraus, ein Ergebnis und vor allem eine erste Standortbestimmung ganz nach Franks Geschmack: „Die anderen Zweitliga-Mannschaften haben wir gut im Griff gehabt, und wir haben gesehen, dass in der Mannschaft noch enorm viel Potenzial ist.“

Zweitliga-Neuling Villingen, ohne die Spitzen-Beachvolleyballerin Karla Borger, war im Auftaktspiel überhaupt kein Problem; auch gegen Gastgeber Rudow gab sich Lohhof keine Blöße. Gegen Ligakonkurrent Grimma ging zwar ein Satz verloren, „aber das lag vor allem daran, dass ich mich so über die Schiedsrichter aufgeregt habe“, gibt Frank freimütig zu. Im Finale gegen Erstliga-Neuling Erfurt hielt Lohhof im ersten Satz gut mit, auch, als Frank weiteren Stammkräften (Yanina Weiland und Inga Vollbrecht) eine Pause gönnte. So kamen gegen Erfurt gleich beide Neu-Mittelblockerinnen, Lisa Hackauf und Carolin Herrmann, zum Zug. „Sie haben beide noch etwas Aufholbedarf, athletisch und auch, was die Geschwindigkeit im Spiel angeht, die wir haben wollen“, sagt der Trainer.

Doch zwei Wochen sind ja noch Zeit bis zum Saisonstart in Bad Soden; nächstes Wochenende steht beim Ligapokal in Erfurt der nächste Formcheck an. Wenn man Frank so hört, scheint alles voll nach Plan zu laufen: „Es ist ein Gefühl wie vor zwei Jahren, als alle ganz schnell kapiert haben, was man haben will.“ Damals hat Lohhof das Berliner Turnier gewonnen und ist später aufgestiegen. Dieses Omen ist Benedikt Frank durchaus bewusst: „Diesmal war nur Erfurt vor uns – und die sind ja schon oben.“ SILKE NÖRENBERG

 
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