May
10
2010
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VON SILKE NÖRENBERG Lohhof – Als es vollbracht war, als Stephanie Utz gegen das Allgäu Team aus Sonthofen tatsächlich die allerletzte Chance der Lohhofer Volleyballerinnen in ihren ersten Erstligaerfolg verwandelt hatte, da sank die Lohhofer Kapitänin erst einmal auf die Knie. Den Schrei der Erleichterung konnte man nur erahnen, zu laut war der Jubel der gut 400 Lohhofer Fans, die – Premiere im Carl-Orff-Gymnasium – beim Matchball geschlossen standen. Und dann vergrub die 27-Jährige ihr Gesicht in den Händen, sank noch weiter in sich zusammen und ließ den Tränen freien Lauf. Während sich Anspannung, Erleichterung und Freude bei Lohhofs Leistungsträgerin erst so langsam ihren Weg bahnten, hatte sich ihr Team bereits in ein einziges jubelndes, singendes, hüpfendes und heulendes Knäuel verwandelt. „Das war mindestens der Mount Everest, der mir da von der Seele geplumpst ist“, beschrieb Utz später. Zuspielküken Lucia Kaiser hatte daran keinen Gedanken verschwendet und ihrer Mannschaftsführerin bei 14:13 immer wieder den Ball gegeben. Bis der dritte Versuch endlich saß: „Ich wusste, die Stephi macht den!“ Wie überhaupt ab dem Seitenwechsel im finalen Tiebreak auf einmal alles zu funktionieren schien: 4:8 lag Lohhof da zwar zurück, doch nicht zum ersten Mal in diesem Kellerduell zum Saisonfinale gegen die Allgäuer Tabellennachbarn rappelte sich Lohhof auf. Nach verlorenem ersten Satz war es Ann-Christin Quade, die Lohhof unbekümmert zum Satzausgleich schoss. Im dritten Satz lag Lohhof bereits 10:22 zurück, kam aber dank guter Aufschläge von Inga Vollbrecht und satter Blocks von Christin Hölzel 19:22 heran. Für den Satzgewinn reichte es nicht mehr, aber das Blitzen in den Augen der Lohhoferinnen beim Seitenwechsel verriet: „Wir wollen den Tiebreak“, wie auch Hallensprecher Christian Mürle den eigenen Zuschauern, vor allem aber dem einen Tribünendrittel mitgereister Sonthofen-Fans immer wieder zurief. Den Gastgeberinnen unterliefen zwar altbekannte Fehler, konstante Begleiter dieser verkorksten Saison. So spritzten etwa viele Lohhofer Annahmen als Elfmeter für die Sonthofener Mittelblockerinnen über das Netz. Doch anders als die zahlreichen Chancen davor, nutzte Lohhof diese eine, die letzte, gegen denVorletzten der Liga: „Wir wollten diesen einen Sieg“, erklärt Ann-Christin Quade, und Kollegin Kaiser fügt hinzu: „Wir wollten ihn einfach mehr als Sonthofen!“ Und so rissen sich die 25mal Sieglosen ab dem Seitenwechsel im Tiebreak zusammen wie nie. Natalia Cukseeva kratzte im Hinterfeld eigentlich aussichtslose Bälle, und das beste war: Vorne fand sich jemand, der die starke Abwehrleistung auch mit einem mutigen Angriff belohnte. Inga Lamby schnappte sich die Bälle im Vorderfeld gleich alle selbst, um sie ganz selbstverständlich im Schnellangriff zu verwandeln. „Ich war mir immer sicher, dass wir den Tiebreak gewinnen“, verrät Zuspielküken Kaiser. Ihr Trainer war da nicht ganz so zuversichtlich: „Bitte, lieber Gott, lass es diesmal reichen“, hat der Coach immer wieder gefleht, allerdings ohne äußerlich auch nur eine Miene zu verziehen. „Aber ich hattebei 9:11 schon Tränen in den Augen!“ Ein paar Augenblicke später ließen die das Premierensiegerlächeln gleich noch mehr strahlen. SV Lohhof – Allgäu Team Sonthofen 3:2 (17:25, 25:22, 21:25, 25:20, 15:13) SVL: Göschl (im Wechsel mit Kaiser), S.Utz, Vollbrecht, Lamby, Cukseeva, Hölzel (im Wechsel mit Quade), M.Utz, Niemczyk |